Geschichte
Dahlem wurde 783 in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Echternach erstmals erwähnt und blickt auf eine mehr als 1200-jährige Geschichte zurück. Keltische Fliehburgen auf Wehrbüsch und Burgberg, Brandreste eines Treverertempels, der Fund eines Kultsteines des Lenus Mars (um 500 v. Chr.) sowie römische Siedlungsreste vom ersten bis vierten Jahrhundert n. Chr. sprechen für eine jahrhundertelange kontinuierliche Besiedlung der Gemarkung.
Der kleine Ort liegt am Westufer des Aubachs, der im Norden der Gemarkung in den Keutelbach mündet, einem Zuflusses der Kyll. Sein Bett begleitet einen Streifen braunroten Sandsteins, einen Seitenarm der für den Lauf der Kyll charakteristischen Buntsandsteinschicht. Der übrige Teil der Gemarkung liegt auf Muschelsandstein, der nach Osten hin ansteigt. Im Westen des Orts nahe der Gabelung Im Gartenfeld befindet sich ein frührömisches Brandgräberfeld. Der südliche Arm der Dorfstraße führt nach Trimport, der nördliche nach Sülm. An das Kylltal bindet Dahlem eine Straße an, die im Nordosten oberhalb der Loskyller Mühle die von Sülm kommende Straße erreicht. Die die östliche Gemarkungs- und die Verbandsgemeindegrenze markierende Kyll wird von der Trasse der Eifelbahn zwischen Köln und Trier begleitet, welche unterhalb des Südportals des Heinzkyller Tunnels auf die Preister Flussseite wechselt.
Die Gründung Dahlems geht wahrscheinlich in die Zeit der fränkischen Landnahme zurück, wie seine Lage im Bachtal und die ursprüngliche Bildung des Namens auf -heim nahe legen. 893 taucht das aus vier Höfen bestehende Dahlheym im Prümer Urbar auf. Die Ritter von Hagen, die vom Trierer Erzbischof mit dem Zehnt- und Patronatsrecht der damaligen Pfarrkirche zu Daleim und zwei ihrer Filialen belehnt waren, vergaben das Lehen an die Ritter von der Brücke zu Trier. Von diesen gingen beide Rechte 1249 durch Kauf an den Luxemburger Propst zu Bitburg, Theoderich, über, der sie 1256 der Zisterzienserabtei Himmerod schenkte. Später gelangte das Kloster auch in den Besitz der Herrschaftsrechte und Dahlem wurde Sitz eines Hochgerichts. Ein Weistum von 1472 bezeugt in Dahlem auch einen Hof der Trierer Abtei St. Maximin. Nach Auflösung Kurtriers wurde der vormals zum Amt Welschbillig gehörige Ort der Mairie Idenheim zugeteilt, welche 1816 Sitz einer Bürgermeisterei wurde, die 1930 dem Amtsbezirk Bitburg-Land angegliedert wurde. Nachdem 1803 auch das Unterdorf Idenheims zur Pfarrei Dahlem gekommen war, wurde der Pfarrsitz 1805 nach Idenheim verlegt und Dahlem Filiale. 1807 kam es zur Pfarrei Sülm.
Zur Zeit seiner Ersterwähnung im Prümer Urbar hatte Dahlem vier Höfe. 1558 bestand es aus drei Häusern mit 23 Einwohnern. Bis 1625 stieg die Zahl der Haushalte auf zehn, von denen es nach dem Dreißigjährigen Krieg 1653 nur noch fünf gab. Für 1743 ist eine Schule überliefert. 1770 standen wieder 14 Häuser, in denen 106 Bewohner lebten, deren Zahl bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts stetig bis auf 209 Bewohner und 38 Häuser stieg. Die Knappmühle hatte 1849 fünf Bewohner. Bis 1895 sank die Einwohnerzahl auf 231, die Zahl der Häuser jedoch stieg - trotz des Brandes von 1874, dem fünf Höfe zum Opfer fielen – auf 40 an. Bis 1932 wuchs die Bevölkerung auf 280 an, ging bis Kriegsbeginn auf 254, bis 1946 auf 245 zurück, stieg bis 1964 auf 279 an und sank dann bis 1992 auf 236 ab. Die Zahl der Häuser stieg von 1895 bis 1953 nur um eins auf 41, bis 1982 jedoch auf 76.
Die von der um 1818 aufgenommenen topographischen Karte überlieferte Struktur der Bebauung entlang der Durchgangsstraße und des von ihr abzweigenden Kirchwegs ist heute noch erkennbar. Der Handriss zum Urkataster von 1858 zeigt eine Verdichtung innerhalb des heutigen Ortskerns und sein Wachstum vor allem nach Norden. Vor die Entstehung des Urkatasters zurückgehende Datierungen tragen die Spolien in Kirchweg 4 (1569) und Himmeroder Straße 10 (1707). Die nach einem Dorfbrand erfolgte Vergrößerung der Kirche um ein Joch ist 1720 durch Portalinschrift datiert. Bei dieser Maßnahme fand sich möglicherweise das nun in die Außenwand eingelassene römische Relief. Die nächstjüngeren Inschriften tragen der höhergerückte Sturz von Himmeroder Straße 14 (1768), ein Sturz in Kirchweg 2 (1796), der Haustürsturz von Brunnenstraße 7 und 11 (1845), 9 (1851) und Zur Knappmühle 2 (1858). Später wurden – zum Teil ältere Gebäude ersetzende – errichtet: Kirchweg 5 und die Scheune von Zur Knappmühle 2 (1868), Himmeroder Straße 1 (1989) und Im Gartenfeld 7 (1901). Im Gartenfeld 16 wurde 1904 eine neue Schule eingeweiht. Seit 1967 diente sie umgebaut als Gaststätte. Durch Türsturz datiert sind Brunnenstraße 3 (1909), zur Knappmühle 5 und die Scheune zu Brunnenstraße 7 (1910), Himmeroder Straße 16 und Am Kreuzberg 1 (1911), die Kapelle im Gartenfeld (1912), Himmeroder Straße 9 (1913), die Kapelle an der Brunnenstraße und im Gartenfeld 12 (1923). Himmeroder Straße 10 entstand 1927, als die Wasserleitung gelegt und der Wasserbehälter am Sülmer Berg eingerichtet wurde. Trotz geringer Kriegsverluste ist die Zahl der Einzeldenkmäler nur gering. Nach den beiden Denkmalzonen weist der als Erhaltungsbereich vorgeschlagene untere Abschnitt der Straße Zur Knappmühle die geringsten Störungen auf.
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