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Österreich

Hauptstadt
Wien
 
Fläche
83.859 km²
 
Bevölkerung
8.205.000
 
pro km²
98 Einwohner
 
BIP/Einwohner
US-$
 

Datum & Zeit
03.04.2020
03:50
 
 
+
»
 

Geschichte

Wann das erste Mal Menschen die Gegend der Gemeinde Edelstauden betraten, ist bisher nicht bekannt. Die frühesten gesicherten Belege finden sich erst in der Zeit des Mittelalters.
Edelstauden und die umliegenden Orte gehörten damals zu den reichen Besitzungen des Bistums Seckau in der Oststeiermark. So lassen sich die ersten urkundlichen Erwähnungen von Edelstauden und Jammering in einem Seckauer Urbar des Jahres 1295 nachweisen.
„Hesleinstauden“ (Edelstauden) wurde – ebenfalls in den Lehensbüchern des Klosters – weiters 1318, 1382 („Heselstauden“), 1406 („Nider, Ober Hesleinstauden“) und um 1500 als „Ober, Nider Heslenstauden in der pharr zum Heylling Chrewcz“ schriftlich genannt.

Das Seckauer Urbar von 1406 nennt Jammering erneut als „am Jaeming“.
Der Name des Dorfes Edelstauden weist auf den damals vorherrschenden Pflanzenbewuchs hin – Haselsträucher. Die Orte der Gemeinde Edelstauden gehörten ursprünglich zur Pfarre St. Georgen. Als die Bevölkerung aufgrund der bairischen Siedlungspolitik immer mehr zunahm, musste die Mutterpfarre auf verschiedene Sprengel aufgeteilt werden. Kirchbach, St. Stefan und Wolfsberg sowie Jagerberg wurden laut urkundlicher Überlieferung im Jahre 1269 zu selbständigen Pfarren ernannt.

1271 wurde die Pfarre Heiligenkreuz am Waasen erstmals schriftlich verzeichnet, die Umbildung erfolgte aber wahrscheinlich ebenfalls drei Jahre früher.

Der Pfarrbereich umfasste folgende Gemeinden: Edelsgrub, Empersdorf, Rettenbach, Pirching am Traubenberg, Heiligenkreuz am Waasen, Wutschdorf, St. Ulrich am Waasen, Felgitsch und Edelstauden. In diesem weitläufige, hügeligen Gebiet gab es kaum größere Ansiedelungen, es war durch kleine Dörfer und zahlreiche Einzelgehöfte erschlossen.

Wie sehr die Gegend um Edelstauden von der Walseer-Fehde von 1411 bis 1413 oder durch den Ungarneinfall von 1418, der viele Ortschaften der Gegend in Schutt und Asche legte, betroffen war, ist nicht bekannt.
Die Baumkircher-Fehde von 1469 bis 1471, ein Privatkrieg zwischen Kaiser Friedrich III. und seinem Heerführer Andreas Baumkircher, der sich zu einem regelrechten Bürgerkrieg ausweitete, zog weite Teile der Oststeiermark in Mitleidenschaft.
Die in diesen Kleinkrieg unschuldig verwickelten Bauern hatten mit großen Verlusten fertig zu werden, ihre Gehöfte wurden ausgeplündert und niedergebrannt; der Krieg gegen die Ungarn verschlimmerte die Lage noch zusätzlich.
Damals waren viele Dörfer und Bauernhöfe, auch in den Gegenden um Edelstauden, öde und verlassen, die Ackergründe lagen brach. Nur langsam konnte sich die Bevölkerungszahl wieder erholen, immer wieder bedroht durch Überfälle der Ungarn und Türken, durch Hungersnöte, die Pest, Heuschreckenplagen oder andere Naturkatastrophen. Zu diesen Belastungen kamen noch der Robotdienst und die Abgaben, die die Bauern ihren Grundherrn zu leisten hatten.

Im Mittelalter gab es im Stiefingtal und im nordöstlichen Leibnitzer Feld zahlreiche Adelssitze: Waasen, Kulm, Herbersdorf, Schwasdorf, Wurzing, Afram, Neudorf, Gerbersdorf, Kurzragnitz, Stiefing, St. Georgen, Lappach, Paldau, Rohr, Wolfsau, Frauheim und Laubegg.
Vor allem das untere Stiefingtal hatte eine wichtige Schutzfunktion gegen Angriffe aus dem Süden und Osten zu leisten, daher befanden sich hier auch die meisten der Burgen.
Im Laufe der Zeit entwickelten sich aus einigen dieser Adelssitze die im Stiefingtal maßgebenden Grundherrschaften: Waasen, Herbersdorf, St. Georgen an der Stiefing und Rohr. Die starke Zersplitterung des Grundbesitzes in der Gegend spiegelt sich auch im Herrschaftsverhältnis des Ortes Edelstauden:
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war das Dorf den Herrschaften Birkwiesen, Frauheim, Plankenwart, Münzgraben in Graz, Schwarzeneck, Lannach, Liebenau, Waldegg, Freiberg, Platzerhof, Stainz, Messendorf und Stadl sowie den Pfarren Heiligenkreuz am Waasen und Kirchbach dienstbar.
Dem Bistum Seckau war Edelstauden mit 1/3 Getreide- und Weinzehent und der Herrschaft Herbersdorf mit Hirse- und Sackzehent abgabepflichtig. Zu dieser Zeit bestand das Dorf aus 65 Häusern mit 323 Personen, davon 175 Frauen; an Vieh hatten die Bauern 20 Pferde, 40 Ochsen und 100 Kühe. Hier gab es auch eine Gemeindeschule mit 76 Kindern.
Janisch wusste dagegen in seinem “Lexikon der Steiermark“ folgendes über den Ort zu berichten: “Edelstauden, zur Pfarre und Schule Heiligenkreuz am Waasen gehörig, am Sängerbach mit 1184 Joch (680.000 Hkt.), 65 Häusern mit 474 Seelen (230 männlich, 244 weiblich).“

Basierend auf dem Artikel Edelstauden der freien Enzyklopädie Wikipedia unter der GNU Free Documentation License.
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