Geschichte
Ein Vorläufer der späteren Stadt Hallenberg war vermutlich die im Tal südöstlich der Stadt gelegene Siedlung „Mercelinchusen“. Für die Gründung der Stadt Hallenberg spielte ihre ausgesprochene Schutzlage eine wichtige Rolle. Sie wurde errichtet auf einem Bergsporn, der sich auf einer lang gestreckten Halde hinzieht, die vom Heidekopf in den Mündungswinkel der Flüsschen Nuhne und Weife ausläuft. Davon wird die Namensgebung abgeleitet. An dieser Stelle hatte der Abt von Deutz einen Hof besessen, den der Kölner Erzbischof zur Erbauung der Stadt übernahm. Dafür erhielt der Abt im Tausch einen Hof in Deutz. Die wenig günstige Verkehrslage in direkter Nachbarschaft zur Herrschaft der Landgrafen von Hessen, der Grafen von Waldeck und Wittgenstein hatte gegenüber der Schutzfunktion der Befestigung eher untergeordnete Bedeutung.
Die Stadt wurde etwa gleichzeitig mit den Städten Schmallenberg und Winterberg in den Jahren nach 1240 durch den Marschall Arnold von Hochstaden angelegt. Ab 1258/1259 lässt sich ein Burgmann nachweisen. Für 1271 ist ein Stadtsiegel überliefert. Um 1300 begegnen uns erstmals Bürgermeister („proconsules et consules“). Zu dieser Zeit besaß der Erzbischof von Köln zwei Mühlen bei Hallenberg. Mindestens eine davon ist spätestens 1562 in städtischen Besitz gelangt. 1288 wurden die Stadt und die Burg im Zusammenhang mit der Schlacht von Worringen zerstört, aber schon bald wieder aufgebaut.
Im Gebiet der Stadt Hallenberg befinden sich die Wüstungen Schnellinghausen, Frederinghausen, Gunterdinghausen, Merklinghausen und Beckhausen. Diese wurden im Spätmittelalter von ihren Bewohnern verlassen, die größtenteils nach Hallenberg zogen.
1537 kam es zu einer Grenzeinigung des Erzbischofs von Köln mit dem Landgrafen von Hessen. Die Dörfer Bromskirchen und Somplar gingen dem Herzogtum Westfalen endgültig verloren. 1596 einigte man sich auf einen Grenzvergleich mit der Grafschaft Wittgenstein. 1663 wurde der Grenzverlauf mit der Grafschaft Waldeck beschrieben.
Erstmalig wurde 1621 die Stadt durch den Dreißigjährigen Krieg berührt. Zur Abwendung der Bedrohung durch den bei Frankenberg befindlichen Christian von Braunschweig forderte sie von der benachbarten Stadt Winterberg 50 Schützen an. 1623 kam es zur ersten Einquartierung von Soldaten. 1632 wurde die Stadt von Hessen ausgeplündert, die Einwohner flohen zweimal aus der Stadt. Erneut floh die Bürgerschaft 1633 und 1646. 1634 wurde das Niedertor demoliert und damit die Stadt verteidigungsunfähig gemacht. Bis zum Jahr 1638 war fast die Hälfte der Bürger bei Kämpfen umgekommen. Ab 1643 kam es immer wieder zu schwedischen Drangsalen. Trauriger Höhepunkt war 1649 eine schwedische Brandschatzung. Erst das Folgejahr wurde in der Stadt nach Abzug der Schweden und Hessen und nach Bezahlung der letzten Kriegskontributionen als Friedensbeginn betrachtet.
Im 7-jährigen Krieg mussten um 1760 zur Begleichung von Kontributionen zahlreiche Kapitalien aufgenommen werden.
Auf dem Katasterblatt von 1831 erkennt man die Einteilung in die vier Stadtviertel Burg, Raphun, Eisernhut und Eudeut. Neben der Pfarrkirche lag der Petrusbrunnen, das Rat- und Brauhaus und am Westende das Burggelände. Zwei Tore hatte der Ort, und zwar das Obertor im Norden mit dem Weg nach Winterberg, sowie das Niedertor im Südosten mit dem Weg nach Marburg über Bromskirchen. Südöstlich des Niedertors sieht man die Merklinghäuser Kirche. Östlich fließt die Nuhne von Norden nach Süden.
1816 kam Hallenberg nach einer hessischen Übergangszeit zum Königreich Preußen. 1826 wurde Hallenberg mit den Schultheißenbezirken Braunshausen, Hesborn, Liesen und Züschen zur Landbürgermeisterei Hallenberg zusammengeschlossen. 1838 wurde für Hallenberg die revidierte Städteordnung angenommen und damit die Trennung von dem neuen Amt Liesen vorgenommen. 1856 erfolgte ein erneuter Zusammenschluss mit dem Amt Liesen. Diese Verwaltungsgliederung wurde beibehalten bis zum Jahr 1975, als die neue Stadt Hallenberg aus den Gemeinden Hallenberg, Liesen, Hesborn und Braunshausen gebildet wurde. Damit wurde das Amt Hallenberg aufgelöst. Die Ortschaft Züschen wurde der neugebildeten Großgemeinde Winterberg zugeschlagen.
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