Karis
Karis (finn. Karjaa) ist eine Stadt im Süden Finnlands mit rund 9000 Einwohnern. Sie liegt in der Landschaft Uusimaa 70 km westlich der Hauptstadt Helsinki nicht weit von der Küste. 61 % der Einwohner von Karis sind Finnlandschweden. Die Gemeinde ist offiziell zweisprachig mit Schwedisch als Mehrheits- und Finnisch als Minderheitssprache.
Karis ist Endbahnhof der S-Bahn Helsinki. Viele Einwohner pendeln zur Arbeit in die Hauptstadt. Auch die Hochgeschwindigkeitszüge von Helsinki nach Turku halten am Bahnhof von Karis. Zudem liegt Karis an der Königsstraße, dem alten Weg der schwedischen Könige von Turku nach Viborg. Heute ist die Königsstraße eine touristische Route.
Die erste urkundliche Erwähnung von Karis stammt aus dem Jahr 1326. Im Mittelalter war Karis dank der Burgen Raseborg, Grabbacka und Junkarsborg einer der wichtigsten Orte in Uusimaa. Die Burg Raseborg befindet sich heute auf dem Gebiet von Ekenäs, die Ruinen der beiden anderen Burgen können in Karis besichtigt werden. Grabbacka wurde ende des 15. Jahrhunderts erbaut und 1672 durch einen Brand zerstört. Die Burg Junkarsborg war aus Holz gebaut und stammt wahrscheinlich aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhundert, wurde aber schon um das Jahr 1400 aufgegeben. Die St.-Katharinen-Kirche von Karis wurde 1470 geweiht. Mitte des 16. Jahrhunderts gründete der schwedische König Gustav I. Wasa in SvartÃ¥ (Mustio) auf dem Gebiet der Gemeinde Karis die erste Eisenhütte Finnlands. Sie ist bis heute in Betrieb. In SvartÃ¥ entstand auch eine Holzkirche (1761) und ein Gutshof im Rokoko-Stil (1793). Die Gemeinde Karis wurde 1870 gegründet, seit 1977 ist sie eine Stadt. Im Jahr 2007 beschlossen die Stadt- und Gemeinderäte von Karis, Ekenäs und Pohja, sich zu einer neuen Großgemeinde zusammenzuschließen. Diese wird zu Jahresbeginn 2009 gegründet werden und den Namen Raseborg (finn. Raasepori) tragen.
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