Flagge von Russland

Russland

Hauptstadt
Moskau
 
Fläche
17.075.400 km²
 
Bevölkerung
142.537.000
 
pro km²
8 Einwohner
 
BIP/Einwohner
US-$
 

Datum & Zeit
19.09.2020
03:41
 
 
+
»
 

Geschichte

Noch vor der ersten schriftlichen Erwähnung Nerechtas existierten im Bereich der heutigen Stadt mehrere slawische sowie finno-ugrische Ansiedlungen. Letzteren hat Nerechta auch seinen Namen zu verdanken, der ein Hydronym des gleichnamigen Flusses ist und vermutlich soviel wie „Fluss in einer Niederung“ bedeutet.

Die erste Erwähnung Nerechtas als eigenständigen Ort erfolgte im Jahre 1214 im Zusammenhang mit einem Krieg zwischen mehreren Fürstentümern. Die nächste Erwähnung stammte aus dem Jahr 1362, als nahe der heutigen Stadt ein russisch-orthodoxes Kloster entstand, das 1764 aufgelöst wurde. Im 14. Jahrhundert kam Nerechta an das Großfürstentum Moskau und erlangte zu dieser Zeit unter anderem eine Bedeutung in der Salzherstellung.

Anfang des 17. Jahrhunderts wurde Nerechta von polnisch-litauischen Interventen eingenommen und weitgehend verwüstet. Obwohl dies das Ende des Salzhandwerks des Ortes einleitete, konnte Nerechta nach der Befreiung vor allem dank seiner günstigen Lage in der Nähe wichtiger Städte wie Kostroma, Jaroslawl oder Susdal wirtschaftlich aufholen, unter anderem durch Handel und verschiedene Handwerke. Im 18. Jahrhundert entstanden in Nerechta mehrere steinerne Kirchengebäude sowie die ersten Manufakturen. Gegen Ende des Jahrhunderts galt der Ort bereits als wichtiges Zentrum der Textilindustrie.

Den Stadtstatus erhielt Nerechta 1778 im Zuge der allrussischen Verwaltungsreform unter Katharina der Großen. Aus dieser Zeit stammt auch der Stadtwappen mit den Abbildungen zweier Muscheln. Dies sollte die beiden an Schalentieren reichen Flüsse Nerechta und Soloniza symbolisieren.

Da die Stadt Ende des 18. Jahrhunderts noch größtenteils aus Holz gebaut war, war sie anfällig für Brände. Durch einen besonders starken Brand wurde sie im Sommer 1785 größtenteils zerstört. In den nächsten Jahrzehnten wurde Nerechta nach einem neuen Generalplan wiederaufgebaut. Eine Reihe von Gebäuden aus dieser Periode ist in Nerechta bis heute erhalten geblieben.

Im 20. Jahrhundert, während der Sowjetzeit, entstanden in Nerechta neben den bestehenden Textilbetrieben mehrere weitere Fabriken sowie im Jahr 1923 erstmalig ein Kraftwerk. Ab den 1960er-Jahren entstanden außerhalb des historischen Stadtkerns mehrere Neubauviertel.

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