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Deutschland

Bundesrepublik Deutschland

Hauptstadt
Berlin
 
Fläche
357.027 km²
 
Bevölkerung
82.716.000
 
pro km²
232 Einwohner
 
BIP/Einwohner
US-$
 

Datum & Zeit
06.04.2025
08:50
 
 
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»
 

Geschichte

Archäologische Funde sowohl in Stadtlohn als auch im geografischem Umfeld deuten auf ein vor- und frühgeschichtliches Siedlungsgebiet hin. Sichtbare Spuren einer Wallburg aus der Zeit der Karolinger (8. / 9. Jahrhundert n. Chr.) befinden sich im sogenannten Bockwinkel.

Die Stadt Stadtlohn entwickelte sich um einen Amtshof des münsterschen Fürstbischofs, der vor 1150 durch Mauern und einem Ringgraben befestigt wurde. Innerhalb der Mauern erbaute man die St. Otger-Kirche, die bis heute existiert und zu den ältesten Pfarrkirchen des Münsterlandes zählt.

Die Verwaltung des burgähnlichen Amtshofes wurde seitens des Fürstbischofs zunächst den Herren von Lohn übertragen. Sie sind auch die Namensgeber der Stadt, die zunächst Lohn, dann Nordlohn (im Gegensatz zu Südlohn) und schließlich – 1389 erstmalig urkundlich erwähnt – Stadtlohn hieß.

Um 1611 verwüstete ein Großbrand die Stadt. Auch hatten kriegerische Auseinandersetzungen des 16. und 17. Jahrhunderts für Stadtlohn und seine Bewohner zum Teil verheerende Folgen. In diesem Zusammenhang ist die Schlacht im Lohner Bruch erwähnenswert. Sie fand am 6. August 1623 statt. Gegner waren der kaiserliche General Tilly, der die Schlacht für sich entschied, und der Herzog Christian von Braunschweig, bekannt auch als der tolle Christian. Sechs Jahre später entschloss sich die Stadtlohner Bürgerschaft, die Stadt aus strategischen Gründen zu verkleinern. Der abgetrennte Siedlungsbereich war fortan die Butenstadt.

Über einen längeren Zeitraum galt Stadtlohn auch als Wallfahrtsort. Die Walllfahrtskapelle am Hilgenberg, 1695 erbaut und 1738 erweitert, legt davon Zeugnis ab.

Bis 1800 prägte der Ackerbau das Leben der Kleinstadt. Meist waren die sogenannten Ackerbürger gleichzeitig auch Handwerker. Eine besondere Position nahmen seit altersher das Töpfer- und das Leinenweberhandwerk ein. Beide Handwerke – allerdings in industrialisierter Form – sind auch heute noch in Stadtlohn lebendig.

Durch Bombenangriffe im März 1945 wurde Stadtlohn fast völlig zerstört. In der Nachkriegszeit wurde die Stadt neu erbaut. Neben der vorhandenen Textilindustrie entstanden Produktionsstätten der Holz- und Metallbranche. Im Entwicklungsplan des Landes Nordrhein-Westfalen gilt Stadtlohn heute als Mittelzentrum für die Versorgung von circa 50.000 Bürger und Bürgerinnen.

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