Geschichte
Die Jachenau wurde im zwölften Jahrhundert, beginnend unter Abt Konrad (1091–1122), vom Kloster Benediktbeuern aus gerodet und besiedelt. In der Abschrift einer Urkunde von 1192 wird Nazareth (in acereto = im Ahorngehölz) erstmalig genannt. Hierbei verkaufte Bischof Udalschalk von Augsburg den Neubruchzehnt (von Jachenau) an das Kloster Benediktbeuern für ein Gut bei Utting. Um diese Zeit wurde der Auftrag gegeben, eine Kirche aus Stein zu errichten. Hundert Jahre später weihte Bischof Wolfahrt von Augsburg die Kirche St. Nikolaus am 17. März 1291 persönlich ein. Im gleichen Jahr wurde ein Wirtshaus gebaut. 1294 waren im Salbüchl des Klosters 18 "Urhöfe" genannt, von denen bei folgenden sieben eine Beziehung zu den heute noch bestehenden Höfen hergestellt werden kann. Dies sind "Nazareth sup monte" = Berg, "Im ahorn" = Achner, "Chlezagelshof" = Hinterbichl, "Gerunershof" = bis 1500 als der Krinner benannt, danach als Luitpolder, "Erchenboltshütte" = Erbhof, "Im lohe" = Laich, "Saherpach" = Sachenbach. Ende des 15.Jahrhunderts gab es 22 Höfe; im Jahr 1782 kam die Jachenau auf 36 Höfe und 24 Sölden, die sich bis ins 19. Jahrhundert gehalten haben. Bis zur Säkularisation 1803 gehörte die Obmannschaft Jachenau zum Klostergericht Benediktbeuern.
Im Zeitraum 1808 bis 1818 entwickelte sich die Jachenau zu einer selbständigen politischen Gemeinde. 1808 wurden den damals 60 Anwesen die heute noch gültigen Hausnummern 1 bis 60 zugeordnet. Mit der Säkularisation begann ein 200 Jahre währender Streit zwischen der Bayerischen Staatsforstverwaltung und den Jachenauer Anwesenbesitzern um deren Forstrechte, der 1983 (bis auf zwei Ausnahmen) mit einem Vergleich abgeschlossen wurde. Die Bauern wurden Eigentümer ihrer Wälder.
Basierend auf dem Artikel Jachenau der freien Enzyklopädie Wikipedia unter der GNU Free Documentation License.
Quelle | Autoren und Artikelversionen