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Deutschland

Bundesrepublik Deutschland

Hauptstadt
Berlin
 
Fläche
357.027 km²
 
Bevölkerung
82.716.000
 
pro km²
232 Einwohner
 
BIP/Einwohner
US-$
 

Datum & Zeit
04.04.2025
11:34
 
 
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»
 

Geschichte

Lengerich kann auf eine sehr lange Besiedlung zurückblicken. So wurde in der Bauernschaft Wechte ein 4000 Jahre altes Megalithgrab wiederentdeckt und neu errichtet. Es stellt heute eine der Sehenswürdigkeiten der Stadt Lengerich dar.

Die einzelnen Bauernschaften von Lengerich fanden schon früher als der Ort Lengerich selbst urkundliche Erwähnung. So wurde um 1050 Ringel als „Hringie“ und 1088 Hohne als Westhohne erwähnt. Im Jahre 1147 trat Lengerich selbst urkundlich in Erscheinung. Kaiser Konrad III. bestätigte der Äbtissin des Damenstifts zu Herford ihre Besitzungen und Privilegien in Lengerich. Auf diesem Besitz wurde eine Pfarrkirche errichtet, die der heiligen Margareta geweiht wurde. Zwischen 1320 und 1530 zog die Kirche viele Pilger aus dem norddeutschen Raum an. Für einen Wallfahrtsort wurde die Kirche bald zu klein und so erhielt sie 1497 ihre heutige Gestalt. Die Grundfläche der nun spätgotischen Pfarrkirche wurde wesentlich vergrößert. Im Jahre 1572 führten die Grafen von Tecklenburg die Reformation ein.
Am östlichen Eingang zum Kirchplatz – in der heutigen „Altstadt“ von Lengerich – steht ein Torhaus, welches den Namen „Römer“ trägt. Die Namensherkunft ist geschichtlich nicht überliefert. Das Torhaus wurde als Rathaus, Arrestlokal, Klassenzimmer und Wohnung genutzt. Heute beherbergt es ein kleines Restaurant, in welchem auch standesamtliche Trauungen stattfinden. Außerdem ist es eines der Wahrzeichen Lengerichs.
Im 15. Jahrhundert wurde von der Familie von Horne eine Wasserburg erbaut. Sie stellt die letzte der vielen Wasserburgen rund um Lengerich dar. Die Burg trägt den Namen Haus Marck und befindet sich unterhalb der Tecklenburg. Hier erblickte Friedrich von Bodelschwingh am 6. März 1831 das Licht der Welt. Die ältere der beiden ortsansässigen Realschulen in Lengerich trägt heute den Namen Friedrich-von-Bodelschwingh-Realschule.

Im 16. Jahrhundert gab es laut Aufzeichnungen die ersten Händler und Gewerbebetreibenden. In dieser Zeit wurde neben landwirtschaftlichen Erzeugnissen auch mit Wolle und Tierfett gehandelt. Im Jahre 1662 wurde eine Papiermühle in Betrieb genommen. Es gab zuvor schon einige Wassermühlen, Schuhmacher, Schreiner und Schmiede. Auch heute gibt es noch viele dieser Mühlen zu sehen, allerdings kaum eine im ursprünglichen und funktionstüchtigen Zustand.
Rund 100 Jahre zuvor wurde von einem Lengericher Nationalgetränk gesprochen – einem Altbier (Grüsing oder Gräsing genannt), welches in vielen Häusern gebraut wurde.
Wiederum ein Jahrhundert später – im 17. Jahrhundert – wurde mit dem Lengericher Conclusium (11. Juli 1645) Weltgeschichte geschrieben. In den letzten Jahren des Dreißigjährigen Krieges wurden bedeutsame Vorverhandlungen für den Westfälischen Frieden in Lengerich geführt, die vermutlich im Umfeld des Römers stattfanden.

Im Jahre 1727 verlieh Wilhelm I. von Preußen dem Ort Lengerich die Stadtrechte. Hiermit wurde auch die erste bescheidene Kommunalverwaltung eröffnet.

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