Geschichte
Es gibt eine gewisse Verwirrung über das Jahr des ersten urkundlichen Dokuments über Marienhausen, welches den 2. Februar 1302 als Datum nennt. Die Jahreszahl rechnet sich nach dem so genannten „Trierer Stil“, d.h. ein neues Jahr wurde erst an Mariä Verkündigung am 25. März begonnen. Also beginnt die erste urkundliche Erwähnung nach unserer Zeitrechnung im Jahr 1303. In der Urkunde verzichtete ein Heinrich, Sohn eines Egmans aus Marienhausen (Egmans de Mergerinhusin), auf Güter der Abtei Rommersdorf. Grundherr wurde Salentin III. von Isenburg (1303-1344). Am 5. März 1311 trug Salentin dem Trierer Erzbischof Balduin von Luxemburg (1307-1354) Lehen zu Marienhausen auf. Kurtrier erwarb hierdurch Rechte in diesem Ort, in dem es noch nicht begütert war. Im Jahr 1346 war Salentin IV. von Isenburg (1319-1364) aufgrund einer Auseinandersetzung mit Erzbischof Balduin gezwungen Marienhausen zu verpfänden. Nach der Niederlage des Erzbischofs Balduin in der Grenzauer Fehde (1347) gelang Salentin IV. der Rückkauf. In der Pfändungsurkunde von 1346 ist erstmals für Marienhausen ein Gericht erwähnt, erst 1719 wurden die Befugnisse des Marienhausener Gerichts eingeschränkt.
Nach dem kinderlosen Tod des Grafen Ernst von Isenburg 1664 erlosch diese Isenburger Linie. Marienhausen wurde mit der Herrschaft Herschbach in den Kurstaat Trier eingegliedert, dort verblieb der Ort bis zur Säkularisierung im Jahr 1803. Marienhausen gehörte zum Amt Herschbach, die Dorfgemeinde selbst wird in dem Marienhausener Gerichtsweistum 1536 unter dem Begriff „Nachbarn“ erwähnt, die stets gemeinschaftlich handelte, ohne dass Führungspersonen hervortraten. Spätesten im 18. Jahrhundert kam das Amt des Bürgermeisters hinzu, erstmals bezeugt 1739. Wirtschaftlich war Marienhausen landwirtschaftlich geprägt, daneben gab es eine Mühle im Ort. Im Zuge der Koalitionskriege erreichten die französischen Truppen mit 14.000 Mann am 17. September 1795 Marienhausen, seit dem war der vordere Westerwald besetzt. Seit 1797 galt der Rhein als französische Staatsgrenze, das Kurfürstentum Trier bestand nun nur noch aus einen kleinen rechtsrheinischen Rest. Aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses kam das Amt Herschbach und damit auch Marienhausen 1803 zum Fürstentum Nassau-Weilburg.
Auch nach der Neuordnung der Herrschaftsgebiete durch den Wiener Kongress (1815) kam Marienhausen zum Herzogtum Nassau, die Grenze zu Preußen verlief westlich des Orts. Marienhausen gehörte nun zum Amt Selters, in dem das Amt Herschbach aufging. Die Verwaltung der Gemeinde oblag nun einen von der Landesregierung eingesetzten Schultheiß. Im Jahr 1848 wurde in Nassau eine neue Gemeindeordnung eingeführt die einen gewählten Bürgermeister vorsah. 1866 wurde das Herzogtum Nassau in den preußischen Staat eingegliedert, Marienhausen gehörte nun innerhalb des Regierungsbezirks Wiesbaden zum neu gegründeten Unterwesterwaldkreis mit Sitz in Montabaur.
Seit 1970 gehört Marienhausen zur Verbandsgemeinde Dierdorf und damit zum Landkreis Neuwied.
Die Katholische Kirche „Mariä Geburt“ wurde von 1922 bis 1924 gebaut und 1997 renoviert. Die Schule wurde im Jahr 1929 fertiggestellt, 1972 wurde die Schule geschlossen und beherbergt seitdem das Dorfgemeinschaftshaus und das Bürgermeisterbüro.
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