Flagge von Neukaledonien

Neukaledonien

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Datum & Zeit
12.07.2020
01:36
 
 
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Geschichte

Die Besiedlung Neukaledoniens fand vermutlich um 1500 v. Chr. durch Menschen der Lapita-Kultur statt. Diese Kultur wurde nach der Fundstelle Lapita 13 auf der Foué-Halbinsel in Neukaledonien benannt. Später erreicht auch Polynesier die Inselgruppe. Die Nachkommen dieser Stämme bilden heute das indigene Volk der Kanak.

Von den Europäern wurden die Inseln erst im Laufe des 17. Jahrhunderts entdeckt. James Cook verlieh ihnen 1774 ihren heutigen Namen. Die ersten Europäer, die sich auf den Inseln niederließen, waren Walfänger und Holzhändler. Es folgten im 19.Jahrhundert Missionare. Die Siedler brachten Seuchen auf die Inseln, ein großer Teil der einheimischen Bevölkerung starb an den eingeschleppten Krankheiten. Viele Eingeborenen wurden außerdem als Sklaven auf Zuckerrohr-Plantagen in Australien und Fiji verschleppt (das sogenannte Blackbirding (en).)

Die Inseln wurden sowohl von Großbritannien als auch durch Frankreich während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts besiedelt. Im Namen von Napoleon III. nahm Auguste Febvrier-Despointes die Inselgruppe am 24. September 1853 (heute Feiertag) in französischen Besitz. Ähnlich wie die Briten in Australien nutzten die Franzosen die Inseln als Strafkolonie von 1864 bis etwa 1922. 1864 erreichten die ersten 250 französischen Sträflinge Neukaledonien. Auf die Inseln kamen nach der Niederschlagung der Pariser Kommune 1871 von 1872 bis zur Amnestie im Juli 1880 etwa 8000 weitere Franzosen. Unter diesen Kommunarden war beispielsweise Louise Michel. Im März 1874 gelang Henri Rochefort, François Jourde, Paschal Grousset und einigen weiteren Gefangenen die Flucht nach Australien. 1871 kam es in der französisch besetzten Kabylei zu einem Aufstand, der dazu führte, dass etwa 200 Deportierte aus Ostalgerien nach Neukaledonien verbannt wurden. Sie wurden 1895 amnestiert und konnten einige Jahre später zurück kehren.

Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts kamen allerdings vermehrt freie Siedler und asiatische Arbeiter auf die Insel. Die einheimische Bevölkerung wurde durch das Apartheid-ähnliche System des Code de l'indigénat (fr) massiv unterdrückt.

Während des Zweiten Weltkriegs war Neukaledoniens Hauptstadt Nouméa Hauptquartier für die amerikanischen Streitkräfte im Pazifik. Nach dem Krieg wurden die Räume des Hauptquartier vom Secretariat of the Pacific Community, einer internationalen Organisation verschiedener Pazifikstaaten, übernommen.

Es kam regelmäßig zu Revolten der Kanak, die jedoch immer niedergeschlagen wurden und jeweils zur Enteignung und Deportation führten. Die größte Revolte war der Aufstand von 1878. Einer der letzten erfolgte, als die Kanak als Soldaten während des Ersten Weltkrieges eingezogen wurden.
Am 27. Oktober 1946 wurde Neukaledonien zum Übersee-Territorium erklärt. 1953 erhielten alle Bewohner die französischen Bürgerrechte und 1957 wurde eine Art lokales Parlament (Assemblée territoriale) eingerichtet, doch bereits 1958 beschnitt Charles de Gaulle die Rechte der Landesversammlung wieder. In den 1980er Jahren begann durch die Kanak verstärkt eine Unabhängigkeitsbewegung auf Neukaledonien. Diese Bestrebungen führten teilweise zu Unruhen. Der gewalttätige Höhepunkt war die Geiselnahme von 27 Polizisten und einem Richter durch Separatisten in einer Höhle auf der Insel Ouvéa vom 22. April bis in den Mai 1988, die von französischen Spezialeinheiten beendet wurde. Sie war eine Reaktion auf ein an diesem Tag in Kraft tretendes Gesetz, bei dem der politische Einfluss der kanakischen Befürworter einer Unabhängigkeit Neukaledoniens beschnitten werden sollte. Die Unabhängigkeitsbestrebungen führten jedoch zu einer größeren Autonomie durch das Matignon-Abkommen 1988 und dem Abkommen von Nouméa vom 5. Mai 1998. Die Inselgruppe wurde in drei Provinzen und 33 Gemeinden unterteilt. Die Provinzen werden von je einem Präsidenten und einer Versammlung regiert, die zusammen einen Kongress (Congrès de la Nouvelle-Calédonie) bilden. Dieser setzt sich zusammen aus 15 Vertretern der Nordprovinz, 32 Vertretern der Südprovinz und 7 Vertretern der Provinz der Loyalitätsinseln. Ein Referendum nach dem Jahr 2014 soll über die Unabhängigkeit der Inseln oder den Verbleib bei Frankreich entscheiden.

1863 fand der Geologe Jules Garnier das später nach ihm benannten Nickel-Mineral Garnierit. Ab 1873 setzte der vereinzelte Abbau von Lagerstätten ein, der ab 1880 mit der Gründung des Unternehmens Société Le Nickel im großen Maßstab betrieben wurde. Die Arbeitskräfte waren Strafgefangene, Freigelassene und angeworbene Arbeitskräfte aus Asien und Ozeanien. Die Aufarbeitung der abgebauten Minerale erfolgte in der einzigen dafür vorgesehenen Anlage in Nouméa

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