Geschichte
In der Umgebung von Riepholm gibt es viele Hügelgräber aus der Bronzezeit, die auf eine sehr frühe Besiedlung der Gegend schließen lassen.
Ottingen wurde am 11. Oktober 937 erstmalig urkundlich erwähnt, König Otto I. schenkte der Magdeburger Kirche den Ort „Ottingha“. Frühere Bezeichnungen für Ottingen waren Oding, Oddestinge, Ottodinge, Ottingha. Um 1244 war das Kloster Walsrode ein bedeutender Grundherr. Im Jahre 1717 kam Ottingen zum Kirchspiel Visselhövede.
Früher gehörte Ottingen zum Fürstentum Lüneburg und zum Stift Verden. Das ehemalige Stift Verden kam 1715 zum Kurfürstentum Hannover, das sich ab 1815 „Königreich Hannover“ nennen durfte. Nach dem Deutschen Krieg 1866 fiel Hannover an Preußen. Die Gemeinde Ottingen war nun Teil des Landkreises Rotenburg in Hannover im RegierungsÂbezirks Lüneburg der neuen preußischen Provinz Hannover. Seit 1946 gehört Ottingen zum Land Niedersachsen.
Die Verkoppelung von Ottingen erfolgte von 1835 bis 1845, die von Riepholm von 1853 bis 1868. Östlich von Riepholm war bis zum Jahre 1896 noch alles Heide. Der größte Teil der Heide wurde in den Jahren 1905 und 1908 mit dem Dampfpflug umgebrochen, teils zu Ackerland, teils zu Forst. 1854 fand die Zehntenablösung in Riepholm statt. Die Ablösungssumme ist nicht bekannt. 1856 wurde Ottingen abgelöst für die stattliche Summe von 4500 Thaler Courant. 1873 wurde die Eisenbahnstrecke Langwedel-Uelzen gebaut. 1907 wurde die Strecke zweigleisig. Der Bahnhof in Riepholm wurde 1912 gebaut und am 20. Oktober 1912 eingeweiht. Eine Fahrt von Riepholm nach Frielingen kostete damals 3. Klasse 20 Pfg. Die Chaussee von Visselhövede über Ottingen nach Dorfmark wurde in den Jahren 1875/76 ausgebaut.
Zur Gemeinde Ottingen gehörten die Ortschaften Ottingen und Riepholm, wann die beiden Ortschaften eine Gemeinde geworden sind, lässt sich aus den Akten nicht ersehen. Schon 967 wurde Riepholm erstmals erwähnt, auch eine Urkunde aus dem Jahre 1518 bestätigte, dass Ulrich von Behr seinen halben Hof den Kirchengeschworenen von Visselhövede, den „Kargswaren und Olderslüden“ für 20 rhein. Gulden verkaufte. Damals wurde der Ort Riepholz geschrieben, der Name soll angeblich von Reepholz stammen, das sind lange dünne Stangen Tannenholz. Reepholz verwendete man früher bei geflochtenen Zäunen. Ottingen hat im Jahre 1849 28 Feuerstellen mit 177 Einwohnern. Bei einer späteren Zählung im Jahre 1890 betrug die Zahl der Feuerstellen in Ottingen 30 und in Riepholm 11. Einwohner gab es in Ottingen 165 und in Riepholm 57, insgesamt also 222 Einwohner. Die Bewohner waren Vollhöfner, Halbhöfner, Pflugkötner, Brinkkötner, Pächter, An- und Neubauern.
Die Anzahl der Häuser betrug bis 1945 31. Von 1945 bis 1999 wurden weitere 43 Häuser gebaut.
Ottingen Riepholm
Häuser Einw. Häuser Einw. gesamt
1951 37 274 12 111 385
1986 58 252 15 61 303
1988 58 241 15 75 316
1990 58 234 15 73 307
1996 66 261 15 80 341
1998 73 263 15 79 342
Durch Aufnahme der Vertriebenen und rege Bautätigkeit nach der Währungsreform erhöhte sich die Einwohnerzahl. Sie betrug 1974 bei der Eingliederung in die Stadt 331 bei 78 Haushaltungen. 1987 waren es 320 Einwohner, 1998 342.
Durch die Gebietsreform vom 1. März 1974 kam die Gemeinde Ottingen einschließlich Riepholm zur Stadt Visselhövede, die dadurch sprunghaft auf 158,8 km² anwuchs und nun ca. 10.000 Einwohner zählte.
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