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Ruanda

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18.11.2019
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Außenwirtschaft und Tourismus

Energieknappheit, Instabilität in der Region sowie große Distanzen zu den Häfen (Indischer Ozean)und zum Teil (Tansania) schlechte Transportanbindungen an die Nachbarländer überschatten die Exportwirtschaft des Landes.

2003 und 2004 betrug der Wert der Export geschätzte 73 bzw 70 Mio US-Dollar, bzw. laut Weltbank 2000 und 2003 8,3% sowie 2004 9,6 % des GDP.

Wichtige Exportpartner waren beispielsweise Indonesien (2002: 30%, 2003: 38%, 2004: 64%); Deutschland (2002: 14,6%; 2003: 4,45%; 2004: 2,7%) und China (2002: ?; 2003: 3,8%; 2004: 3,6%); Hongkong 2002: 9%; Südafrika 2002: 5,5%.

Wichtigste Exportgüter sind nach wie vor Kaffee und Tee, im geringeren Maße auch Pyrethrum (pflanzliches Insektizid), sowie Mineralerze (Coltan und Zinnoxid).
Von 2003 auf 2004 stieg der Wert exportierter Waren von 62 auf 98 Mio US-Dollar.

Kaffeeproduktion, -verarbeitung und -vermarktung wurde nach 1994 privatisiert (davor war es staatliches Monopol), so dass es inzwischen verschiedene Kaffeemarken gibt. Der Export von Kaffee konnte sich von 2003 auf 2004 um 82% verbessern: Es wurden 700 Tonnen im Vergleich zu 270 im Jahr 2003 exportiert. Dies geht auf den Bau von Kaffeewaschanlagen im ganzen Land zurück.

Die Teeproduktion ist noch in staatlicher Hand, zwei Plantagen sollen aber privatisiert werden (laut New Times vom 8. April 2006). Insgesamt sollen Kaffee- und Teeproduktion weiter intensiviert werden.

Seit der (belgischen) Kolonialzeit wurden Erze wie Cassiterit (Zinn), Columbit-Tantalit und Wolframit sowie kleine Mengen von Gold und Saphiren abgebaut. Bis in die 80er Jahre waren Erze aber bedeutungslos geworden. Mit dem Coltan-Boom Ende der 90er Jahre im Osten der DR Kongo wurden auch ruandische Minen wieder eröffnet. Ein großer Teil der ostkongolesischen Mineralien (auch Gold) wird aber über Ruanda auf den Weltmarkt gebracht. Der Export von Zinnoxid betrug 2003 1.458 t, und 2004 3.553 t; der von Coltan betrug 2003 732 t und 2004 861 t.

Um die Exportbasis zu verbreitern, versucht die Regierung, den Anbau und die Vermarktung von "alternative crops" wie Blumen oder Obst zu fördern. Dies steht aber in Konkurrenz zur ohnehin unzureichenden Eigenversorgung an Nahrungsmitteln für die Bevölkerung.

Das Importvolumen betrug 2004 geschätzte 260 Millionen US-Dollar. Importe machten laut Weltbankangaben im Jahr 2000 24,6 % und 2003/2004 ca 47,4 % des GDP aus.

Importpartner: Kenia (2003 und 2004: ca 24 %; 2002: 21,8 %), Deutschland (2002: 8,4 %; 2003: 7,7 %; 2004: 7,4 %), Belgien (2002: 7,9 %; 2003 und 2004: 6,6 %), Frankreich (2003 und 2003: 5,1 %); Israel 2002: 4,3 %; Uganda 2004: 6,3 %.

Wichtigste Importgüter sind Treibstoffe, Fahrzeuge, Baumaterialien und Konsumgüter. Die wichtigsten deutschen Lieferindustrien sind Maschinenbau, Elektrotechnik, Feinmechanik/Optik. Inzwischen werden auch chemische Vorerzeugnisse nach Ruanda exportiert. Es wird jedoch auch Elektrizität importiert (2002: 40 Mio kWh).

Die Regierung setzt auf regionale Integration der Wirtschaft, wobei das Land eine Brückenfunktion zwischen dem anglophonen Ostafrika und den zentralafrikanischen Nachbarn Burundi und Demokratische Republik Kongo ausüben soll. Dabei ist unter anderem gedacht, Ruanda zu einem Zentrum der Informationstechnologie der Region (IT) zu machen. In diesem Zusammenhang strebt Ruanda zusammen mit Burundi die Mitgliedschaft in der Ostafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (EAC) an. Im Rahmen des Gemeinsamen Ost- und Südafrikanischen Marktes (COMESA) hat sich Ruanda zur Angleichung seiner Zölle verpflichtet.

Ruanda bemüht sich außerdem stark um ausländische Investitionen. Laut Weltbankangaben betrug das Volumen ausländischer Direktinvestitionen (net inflows, BoP) 2000 7,7 Mio US-Dollar, 2003 5,0 Mio US-Dollar und 2004 8,0 Mio US-Dollar.

Tourismus spielt in Ruanda noch keine umfangreiche Rolle. Das Land verfügt weder über große Naturparks (wie Kenia und Tansania) noch über Meeresstrände. Es setzt daher realistischerweise nicht auf Massentourismus, sondern auf wenige, zahlungskräftige Touristen. Auch eher abenteuerlustige Touristen auf dem Weg quer durch Afrika halten sich (meist kurz) in Ruanda auf. Seine Besonderheiten für den internationalen Tourismus stellen vor allem die Berggorillas dar, die an den Hängen der Vulkankette (Virunga) im Norden des Landes leben. Es gibt an Menschen gewöhnte wilde Gorillagruppen, die von einer begrenzten Anzahl von Touristen in ihrer natürlichen Umgebung unter bestimmten Auflagen besucht werden können. Potential zu einem begrenzten Ausbau des Tourismus besteht im Ausbau malerischer Orte am Kivu-See sowie den Angeboten im südlichen Bergregenwald (Nyungwe), der Regeneration des Tierbestandes des Savannenparks im Osten, sowie der Möglichkeit, dies mit einem kulturell-historischen Programm zu ergänzen (Tanz und Gesang; Museen (Butare; Völkermordgedenkstätten) und der wenigen erhaltene Häuser aus der frühen Kolonialzeit.

Basierend auf dem Artikel Ruanda der freien Enzyklopädie Wikipedia unter der GNU Free Documentation License.
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