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Deutschland

Bundesrepublik Deutschland

Hauptstadt
Berlin
 
Fläche
357.027 km²
 
Bevölkerung
82.716.000
 
pro km²
232 Einwohner
 
BIP/Einwohner
US-$
 

Datum & Zeit
03.04.2025
08:47
 
 
+
»
 

Geschichte

Urkunden von den Klöstern in Weißenburg im Elsass und Fulda, die in der Schweinfurter Gegend Land besaßen, beweisen die Begründung der Geschichte von Schweinfurt um das Jahr 790. Um das Jahr 1000 hatten die (Mark-)Grafen von Schweinfurt, damals das mächtigste Adelsgeschlecht im Raum des heutigen Nordbayern, ihre Hauptburg auf der Peterstirn. Nach der Niederlage des Grafen Heinrich von Schweinfurt ("Hezilo") gegen König Heinrich II. im Jahr 1003 (Schweinfurter Fehde) verlor das Geschlecht seine dominierende Position. Sowohl Graf Heinrich († 1017) als auch dessen Mutter Eila († 1015) fanden im Bereich des Burgklosters ihre letzte Ruhestätte. Das Erbe im Raum Schweinfurt kam größtenteils an das Bistum Eichstätt. 1263/65 ging das Kloster in den Besitz des Deutschen Ordens über.

Im Verlauf des 12. Jahrhunderts erfolgte eine Siedlungsverlagerung von der unterhalb der Peterstirn gelegenen Alten Stätte (heute Altstadtstraße) nach Westen, jenseits des Marienbaches (heutige Innenstadt). In dieser Zeit vollzog sich die Entwicklung zur Reichsstadt. Kaiser Friedrich II. und dessen Sohn Heinrich verliehen Schweinfurt Markt- und Münzrechte. Aus dieser Zeit stammen die ältesten Teile der Stadtpfarrkirche St. Johannis.

Im Kampf um die Vorherrschaft in Mainfranken zwischen den Hennebergern und dem Bischof von Würzburg wurde Schweinfurt zwischen 1240 und 1250 zerstört (Erstes Stadtverderben). König Rudolf von Habsburg (1273-1308) stellte die Rechte des Reiches wieder her. Seine Nachfolger verpfändeten die Stadt an die Henneberger und den Würzburger Bischof, wodurch die Reichsfreiheit erneut in Gefahr geriet. 1361/85 konnten sich die Bürger durch erhebliche Opfer selbst aus dieser Pfandschaft befreien und damit endgültig die Reichsfreiheit sichern.

1436/37 erwarb der Rat der Stadt das benachbarte Oberndorf sowie vom Deutschen Orden die Burg auf der Peterstirn und die Dörfer Zell und Weipoltshausen. Das kleine reichsstädtische Territorium wurde 1620 noch um Madenhausen ergänzt.

1554 wurde Schweinfurt im so genannten 2. Markgräflerkrieg erneut zerstört ("Zweites Stadtverderben"). Bis heute erhaltenes Zeugnis für den Wiederaufbau in dieser Zeit ist das Renaissance-Rathaus.

Die seit 1542 evangelische Reichsstadt war vollständig vom katholischen Hochstift Würzburg umgeben. Bis zum Ende des Alten Reiches war die Politik der Stadt vom Selbstbehauptungswillen gegenüber diesem übermächtigen Nachbarn bestimmt.

Durch den Reichsdeputationshauptschluss wurde die Stadt 1802 erstmals, 1814 erneut und nun endgültig bayerisch. Dazwischen lag von 1810 bis 1814 die Zugehörigkeit zum Großherzogtum Würzburg.

Mit dem Bau der Eisenbahnlinien nach Meiningen und Bad Kissingen im Jahre 1854 wurde Schweinfurt ein Eisenbahnknotenpunkt.

Seit ca. 1890 wird die Entwicklung der Stadt maßgeblich von der Metall-Industrie bestimmt. Durch die Industrialisierung erlebt Schweinfurt zwischen 1840 (7.700 EW) und 1939 (49.000 EW) prozentual (635%) nach Nürnberg das größte Bevölkerungswachstum aller Städte in Franken.

In den Jahren 1943 bis 1945 fügten 15 größere Fliegerangriffe der Stadt schwere Schäden zu. Heftige Angriffe erfolgten am 17. August mit 376 Bombern und am 14. Oktober 1943 mit 291 Bombern (siehe auch Operation Double Strike und Black Thursday). Der größte Angriff fand am 24. Februar 1944 im Rahmen der Big Week mit 1100 Bombern statt. Dabei wurden auch zahlreiche Dörfer im Umland fast völlig zerstört. Insgesamt warfen die Flugzeuge an diesem Tag 3600 Sprengbomben und 32.500 Brand- und Phosphorbomben ab.

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